Bildung und Förderung in der frühkindlichen Phase
Die Grundlage meiner pädagogischen Arbeit ist ein humanistisches, wertschätzendes und bindungsorientiertes Menschenbild.
Ich sehe jedes Kind als eigenständige, kompetente Persönlichkeit, die von Geburt an neugierig, lernfähig und mit individuellen Stärken ausgestattet ist. Kinder sind keine „unfertigen Erwachsenen“, sondern vollständige Menschen mit eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Rechten.
Für mich steht fest:
Beziehung ist die Grundlage aller Bildungsprozesse.
Ein Kind kann nur dann frei explorieren, lernen und sich entwickeln, wenn es sich emotional sicher fühlt. Eine stabile Bindung schafft Vertrauen – und Vertrauen schafft Lernbereitschaft.
Ich nehme die Signale des Kindes wahr, reagiere angemessen und begleite Gefühle sprachlich. Weinen, Wut oder Rückzug sind für mich Ausdruck von Bedürfnissen – keine Störungen.
Bindungs- und Bedürfnisorientierung
Meine Arbeit ist bindungsorientiert. Das bedeutet, dass ich die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes ernst nehme und achtsam begleite.
Bedürfnisorientierung heißt für mich nicht Regellosigkeit.
Kinder benötigen ebenso Struktur, Orientierung, Verlässlichkeit und klare Grenzen.
Ich schaffe einen sicheren Rahmen, in dem Kinder sich ausprobieren dürfen und gleichzeitig Halt erfahren.
Freispiel als zentrale Lernform
Das Freispiel ist für mich die wichtigste Bildungszeit im Alltag.
Im Freispiel folgen Kinder ihren inneren Impulsen. Sie vertiefen Interessen, wiederholen Handlungen und konstruieren ihre eigene Erfahrungswelt.
Meine Rolle im Freispiel ist also bewusst zurückhaltend. Ich greife nicht unnötig ein, sondern vertraue auf die Kompetenz des Kindes.
Freispiel bedeutet für mich: „Lernen aus eigenem Antrieb“.
Musik als Herzstück meiner Arbeit
Musik ist ein zentraler Bestandteil meiner pädagogischen Identität. Sie verbindet, reguliert Emotionen und fördert Sprache sowie Gemeinschaft.
Durch gemeinsames Singen, Rhythmus und Bewegung erleben Kinder Gemeinschaft, Freude und Sicherheit.
Partizipation als gelebte Haltung
Kinder haben ein Recht auf Mitbestimmung.
Partizipation bedeutet für mich, Kinder altersgerecht in Entscheidungen einzubeziehen und ihnen Selbstwirksamkeit zu ermöglichen.
Kinder lernen dadurch:
„Meine Meinung zählt.“
„Ich darf mitgestalten.“
„Ich werde gehört.“
Inklusion als Selbstverständlichkeit
Unterschiedlichkeit ist für mich Normalität.
Als Inklusionsfachkraft begegne ich jedem Kind mit einer ressourcenorientierten Haltung. Ich schaue nicht zuerst auf Defizite, sondern auf Stärken.
Inklusion bedeutet für mich, individuelle Begleitung, angepasste Lernumgebungen, wertfreie Haltung, Akzeptanz von Vielfalt.
Professionelle Selbstreflexion
Ich verstehe mich als lernende Fachkraft. Regelmäßige Weiterbildung, Selbstreflexion und fachlicher Austausch sind für mich selbstverständlich. Ich hinterfrage mein Handeln und entwickle meine pädagogische Praxis kontinuierlich weiter.
Ziel meiner pädagogischen Arbeit
Mein Ziel ist es, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie Vertrauen entwickeln, Selbstständigkeit erleben, soziale Kompetenzen erwerben, Freude am Lernen entdecken.
Ich wünsche mir, dass Kinder meine Kindertagespflege mit einem Gefühl von Sicherheit, Wertschätzung und Selbstvertrauen verlassen.
Denn Kindheit ist keine Vorbereitung auf das Leben – sie ist Leben.
Gerade in den ersten drei Lebensjahren werden grundlegende Erfahrungen von Vertrauen, Sicherheit und Selbstwirksamkeit geprägt. In dieser sensiblen Phase Kinder begleiten zu dürfen, ist für mich eine große Verantwortung und zugleich ein Herzensanliegen.
Ich möchte Kindern einen Raum bieten,
- in dem sie sich sicher und geborgen fühlen,
- in dem ihre Gefühle ernst genommen werden,
- in dem sie sich frei bewegen und ausprobieren dürfen,
- in dem sie wachsen dürfen – in ihrem eigenen Tempo.
Meine Kindertagespflege soll ein Ort sein, an dem Kinder Vertrauen entwickeln – in sich selbst, in andere und in ihre eigene Entwicklungskraft.
Denn jedes Kind trägt bereits alles in sich, was es braucht.
Es braucht nur einen sicheren Rahmen, um es entfalten zu dürfen.
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